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Geistlicher Impuls

Eine Familie wirft Schatten auf das Pflaster.

Gehören Sie auch zu den Menschen,  die sich im Straßenverkehr  leichtsinnig verhalten? 

Überfahren Sie auch rote Ampeln und drängen Fußgänger mit Ihrem Fahrrad zur Seite? 

„Nein!“, werden Sie jetzt empört und zu Recht ausrufen. Und selbstverständlich legen Sie beim Autofahren den Sicherheitsgurt an; den Fahrradhelm …. Oh, den setzt der eine oder die andere dann doch nicht auf. Vielleicht aus Bequemlichkeit, vielleicht aus Eitelkeit, oder vielleicht, weil es „nur ein Fahrrad“ und nicht ein PS-starkes Auto ist, das Sie steuern. Es kommt eben immer darauf an, …

Glauben Sie an Gott, glauben Sie, dass Gott auch in unserem täglichen Leben präsent ist? Als Leser dieses Textes werden viele von Ihnen überzeugt „Ja!“ sagen. Also teilen Sie sicher Ihren Glauben mit anderen und erzählen davon. Also beten Sie selbstverständlich am Morgen für das Gelingen des kommenden Tages. Oder? Oh, auch hier lautet die Antwort bei den meisten … „Es kommt darauf an,…“

Aber worauf kommt es an? Viele von uns verhalten sich mit dem Glauben wie im Straßenverkehr. Ist das Risiko vermeintlich überschaubar, dann kann eine Regel auch mal gedehnt oder übertreten werden. Mit anderem geht man lieber auf Nummer Sicher (wie bei den roten Ampeln im Straßenverkehr). 

Beten? Ja, für das Glück eines Traupaares oder am Grab eines verstorbenen Angehörigen tun wir das. Sicher ist sicher. Aber am Morgen für das Gelingen des Tages zu beten ist doch überflüssig, schließlich habe ich den Tag selbst in der Hand. 

Vom Glauben erzählen? Eher nicht, das wenigste, das man dabei erntet, ist Spott. Glauben ist doch ohnehin Privatsache. 

Ist also moderner Glaube abwägender Glaube? Da wo er nicht mehr passt, verzichte ich auf ihn, ansonsten gehe ich auf Nummer Sicher. 

In Gottesdiensten mit Taufen hören wir „Lasst die Kinder zu mir kommen; hindert sie nicht daran! Denn solchen wie ihnen gehört das Reich Gottes“ (Mk, 10, 14). Das richtet sich nicht nur an Kinder, sondern sagt ausdrücklich „solchen wie Ihnen“.  Damit richtet es sich ebenso an Erwachsene, die wie die Kinder unbedarft gläubig herbeikommen. 

Glaube ist keine Risikoabwägung, und damit auch keine Risikoversicherung, sondern eine Haltung.

Dass Sie allzeit Haltung bewahren können, wünscht Ihnen

Ihr Volker Neveling