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Spekulatius, Zimtstern und Lebkuchen - Bitte auch im Sommer!

Foto zeigt Lebkuchen

Wahrscheinlich denken Sie gerade: "Jetzt ist er aber wirklich übergeschnappt!" Spekulatius, Zimtstern und Lebkuchen auch im Sommer? Das ist doch Weihnachtsgebäck - und ist es nicht auch die Evangelische Kirche, die sich immer wieder deutlich vernehmbar darüber beschwert, wenn Weihnachten bereits Ende August schon wieder kommerzialisiert wird? ... Ja! Das stimmt! Und da kann ich auch vollständig mitgehen. Aber Spekulatius, Zimtstern und Lebkuchen - oder meinetwegen auch das Räuchermännchen aus dem Erzgebirge, der Herrenhuter Stern und die Ostheimer Krippenfiguren ... Sie alle sind für mich nicht in erster Linie Symbole für die Kommerzialisierung von Weihnachten, sondern sie sind Symbole für das Kommen Gottes in unsere Welt - und das feiern wir ganz besonders an Weihnachten.

Die Adventszeit ist eigentlich ursprünglich eine Bußzeit, eine Vorbereitungszeit - auch wenn das heute mehr als unmodern ist. Im Advent sollen und dürfen wir uns eigentlich mit Ruhe, mit Kerzenlicht, mit Sinnlichkeit und mit einem hoffentlich auch selbstkritischen Aufeinandereinlassen darauf vorbereiten, dass wir das Kommen Gottes in unsere Welt neu feiern. Wir feiern dann, dass Gott in einem völlig hilf- und schutzlosen Säugling auf und in die Welt kommt, sich uns an die Seite stellt und uns spüren lässt: Wir sind nicht alleine, keiner ist es, zu keiner Zeit und in keiner Situation. Auch dann nicht, wenn wir selbst den Eindruck haben, nichts von alledem wirklich zu spüren. Und bitte schön: Gott ist am 6. Januar nicht auf einmal schlagartig aus dieser Welt verschwunden, nur weil Weihnachten vorbei ist, ganz im Gegenteil!

Auch wenn es an vielen Ecken dieser Erde immer wieder den Anschein hat, er sei nie wirklich da gewesen, weil wir Menschen seine Gegenwart und seine Liebe mit Füßen treten, ist Gott da und leidet, freut sich, sehnt sich, hadert, schimpft und jubelt mit aus.

Ich finde es gut, wenn es Symbole gibt, die uns immer wieder - auch im weiteren Verlauf des Jahres - daran erinnern, dass wir an jedem einzelnen Tag des Jahres, an jedem einzelnen Tag unseres Lebens, das Kommen Gottes feiern dürfen, und die Frohe Botschaft gesagt sein lassen dürfen und mit dieser Botschaft unser Leben bestehen dürfen und können.

Lassen wir uns einladen - mit Spekulatius, Zimtstern und Lebkuchen - Gottes Kommen zu feiern - jetzt im Advent und auch an jedem anderen Tag des Jahres.

Ihr Pastor Stephan Draheim