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Wie wird das alles werden?

"Wie wird das alles werden?" Mit dieser oder ähnlichen Fragen haben wir umzugehen, wenn wir den Dienst an einem neuen Ort beginnen - oder wenn wir Abschied von einem Gemeindepfarrer nehmen müssen und neue Seelsorger begrüßen, die wir noch nicht kennen.

"Wie wird das alles werden?" taucht sicherlich aber auch bei Ihnen auf, wenn es um die Entwidmung der Nicolai-Kirche und den Neubau eines Kirchenraumes auf diesem Gelände geht. "Wo werden wir Gottesdienst feiern? Wie wird unsere Gemeinde das verkraften, die Zeit des Übergangs? Wie können wir die Herausforderungen, die vor uns liegen, meistern und Verlusterfahrung und Zukunftshoffnung miteinander verbinden? Haben wir auch alles bedacht, haben wir alles gut miteinander besprochen?" 
Die Frage drückt Befürchtungen aus.

In diese Situation hinein klingt mir ein Bibelvers im Ohr:

"Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit." (2 Tim 1,7)

Ein starker Spruch, der Zuspruch wie Aufforderung zugleich ist. Die Furcht ist der Ausgangspunkt des Spruches. Kennen wir die Furcht persönlich? Wenn wir sie, die Furcht, zum Begleiter haben, wohin führt uns dann unser Weg? Wahrscheinlich nicht in die Richtung, die wir selber gerne gehen würden, sondern Furcht lässt uns vom Wege abkommen, uns im Dickicht verkriechen, die blinde Flucht antreten. Keine schönen Aussichten.

Doch Gott hat anderes mit uns vor: Dass als Gegenüber zur Furcht, als Alternative oder vielleicht auch Gegenentwurf nicht der Mut, die Tapferkeit oder das Draufgängertum angeführt wird, kann uns aufmerksam machen darauf, wie wir mit dem Geist der Furcht, mit unseren Befürchtungen umgehen können. Denn offenbar sollen wir nach Gottes Willen davon unseren Weg nicht leiten lassen, sondern wir erhalten eine andere Begleitung und Orientierung von Gott: „Geht euren Weg in meiner Kraft, meiner Liebe, meiner Besonnenheit. Lasst euch nicht entmutigen, werdet nicht furchtsam, sondern geht weiter mit der Frage um ‚Wie wird das alles werden?‘, mit meinem kräftigenden Geist, der auch Trauer und Verletzung überstehen hilft, der Abschied und Erinnerung aufnehmen kann. Geht den Weg mit dem Geist der Liebe, der dazu befähigt, einander anzunehmen ohne Wut und Streit, sondern miteinander, verbunden, friedlich. Und geht den Weg besonnen und klug, abgewogen und vernünftig.“

Das ist der Geist, der Pfingsten wehte, als alles Volk dachte, die Jünger sind betrunken, weil sie im Geist auf einmal verbinden konnten, was durch Sprachgrenzen getrennt war. Wir sind gerufen, in diesem Geist den Weg zu gehen, der dann begeistert fragen lässt: „Welcher Geist treibt denn diese Gemeinde?“ Ja, es ist ein kräftiger, lebendiger Geist, ein liebender Geist, ein kluger, besonnener Geist, der uns helfen kann mit der Frage: „Wie wird das alles werden?“, ohne Furcht umzugehen.

Mit besten Wünschen

Ihr Pfarrer Christoph Nooke